Zu Jahresbeginn/im Frühjahr können sich Studiobesitzer und Trainer kaum vor dem großen Andrang in den Indoor Cycling Kursen retten. Nach dem Motto: „Wenn es draußen nass, kalt und dunkel ist, fahre ich eben überdacht“, finden viele Mitglieder das Angebot in diesem speziellen Ausdauertrainingsbereich besonders jetzt sehr reizvoll. Ein Grund mehr, sich immer wieder mit dem Thema Indoor Cycling auseinanderzusetzen und die Entwicklungen zu verfolgen.

 

Noch vor Jahren wurden die ersten Indoor Cycling Kurse als „Radeln“ belächelt und als kurzweiliger Fitnesstrend abgetan. Heute hat sich diese besondere Art des Gruppenerlebnisses mehr als etabliert. Seit Jahren befindet sich der Group Fitness Bereich mit Indoor Cycling unter den ersten 10 Plätzen der Rangliste der internationalen Fitnesstrends des ACSM (American College of Sportmedicine). Diesen Umstand verdanken wir der kontinuierlichen Weiterentwicklung dieser einzigartigen Sportart. Es gibt gute Gründe, sich diese Weiterentwicklung genauer anzuschauen, um die Begeisterung und Motivation zu verstehen.

 

  1. Das Bike

Früher ein einfaches stationäres Rad, das sich nur leicht von einem normalen Straßenrad unterschied; heute ein ergonomisch ausgereiftes, mit Hightech ausgestattetes und individuell konfiguriertes Bike, das keine Wünsche mehr offen lässt. Die neusten Indoor Cycling Bikes sind leicht, wartungsarm und vielseitig einsetzbar. Brems- und Antriebssysteme wurden weiter verbessert, ohne dass das authentische Fahrerlebnis von „draußen“ verloren geht. Optional einsetzbare Konsolen ermöglichen es den Teilnehmern u. a. Herzfrequenzen, Distanzen, Kalorienverbrauch und Leistung aufzuzeichnen. Die Leistungsmessung ist ein wichtiger Parameter geworden, um den Kunden auch auf dem Bike Trainingszustand und Leistungssteigerungen aufzuzeigen. Leistungsmesskonsolen werden zunehmend mit speziellen Kurbeln versehen, um immer präzisere Daten liefern zu können. Hierbei vertraut man dem Know-how von Spezialisten, die das Potenzial der Leistungsmessung auf dem Indoor Cycling Bike erkannt haben. Das Unternehmen 4iiii Innovations ist hier ein Vorreiter. Es präsentierte im letzten Jahr seinen Hightech-Kurbelarm 4iiii für die Power Linie der Schwinn Bikes und setzte damit neue Maßstäbe.

Daneben sind Sonderwünsche der Kunden wie Zusatz-Equipment, besondere Farben und eine eigene Rahmengestaltung umsetzbar.

Das heutige Indoor Cycling Bike gleicht mittlerweile einer Wunschtüte, die man nur zu öffnen braucht.

 

  1. Der Trainer

Ein Trainer ist nur so gut, wie es ihm seine Ausbildung ermöglicht. In der Grundausbildung bekommt der Trainer das Basiswissen, um seine Kurse nach neusten trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen zu unterrichten. Aber der Schritt von einem guten zu einem sehr guten Trainer macht neben der Erfahrung erst der regelmäßige Besuch von Fortbildungen in diesem Bereich aus. Dies haben auch die Indoor Cycling Ausbildungsinstitute erkannt und bieten ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Schulungsprogramm an, das kontinuierlich fortentwickelt wird. Alleine in der Schwinn Fitness Aus- und Weiterbildung gibt es mittlerweile über 20 unterschiedliche Themenbereiche. Zusätzliche Special Events, Camps und Online-Angebote runden die Schulungsmöglichkeiten ab. So hat der Trainer die Möglichkeit, ein hohes Ausbildungsniveau zu halten und den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden.

 

  1. Die Musik

Ein Indoor Cycling Kurs ohne Musik ist nicht vorstellbar. Noch nie war es so einfach, einen Kurs mit motivierender Musik zu gestalten, wie heute. Vielschichtigkeit und ein nahezu unbegrenztes Angebot (Chartmusik, Remixe, Musik nach Genre unterteilt und Mash-ups) machen es dem Trainer relativ einfach, sein Kursprogramm zusammenzustellen. Bei dieser riesigen Auswahl kann man aber schnell die Orientierung verlieren. Abhilfe schaffen hier seit einigen Jahren sog. Musik-Abos (z.B. Roadmaster), die nicht nur Musikbeispiele geben, sondern komplett ausgearbeitete Kursprofile anbieten. Der Trainer hat dann nur noch eine kleine Qual der Wahl. Music is Life!

 

  1. Der Raum

Spezielle Indoor Cycling Räume bieten heute ein ganz besonderes Kurserlebnis. Sei es durch Lichteffekte, besondere Raumkonzeptionen, Bühnen für Trainer und Teilnehmer oder visuelle Projektionen; hier gibt es hier fast keine Grenzen mehr. Insbesondere Leaderboards, um Landschaften, Herzfrequenzen und Leistungswerte der Gruppe (z.B. Motosumo) zu visualisieren, sind heute die Mittel, den Teilnehmern intensive und interaktive Trainingserlebnisse zu ermöglichen.

Dies alles spiegelt sich in den stetig wachsenden Boutique Indoor Cycling Studios wieder. Dort ist das Raumkonzept Teil der Indoor Cycling Philosophie.

 

  1. Die Teilnehmer

Kein anderer Group Fitness Kurs hat so treue Teilnehmer wie ein Indoor Cycling Kurs. Wem es neben der Fitness auch darum geht, Freunde zu treffen und neue Leute kennen zu lernen, ist im Indoor Cycling Kurs richtig. Das beginnt bereits vor dem Kurs, wenn die Teilnehmer nebeneinander auf dem Bike sitzen und sich austauschen können. Im Kurs selber holt der Trainer die Gruppe ab, indem er sie untereinander interagieren lässt, z.B. durch Teamarbeit oder Spiele. Dies wird seit einiger Zeit auch mittels Leaderboard Visualisierung unterstützt. Teams werden aufgeteilt und fahren zusammen auf ein Ergebnis hin. Der Trainer hat die Möglichkeit, durch Motivationstools einzugreifen und Teilnehmer und Teams zu puschen. Nach dem Kurs ist es in vielen Studios zur Tradition geworden, sich mit dem Trainer noch zusammen zu setzen und den Kurs nachklingen lassen. Das gibt es fast nur im Indoor Cycling.

 

  1. Das Gesamterlebnis

Indoor Cycling ist mehr als ein normaler Group Fitness Kurs. Es ist ein Konzept. Angefangen bei den individuell zusammengestellten Bikes, dem engagierten Trainer, einem professionellen Kursprofil, der besonderen räumliche Atmosphäre und motivierten Teilnehmern. Aus diesem Grunde lebt Indoor Cycling, auch wenn es ja angeblich nur um „Radeln“ geht!